|
Hardware-Treiber und ein Betriebssystem
wie Windows braucht jeder Rechner, damit
Office-Anwendungen oder Spiele darauf
laufen können. Doch schon hier beginnt
der Ärger: Ist der Rechner nur mit der
Windows 7 Starter Edition ausgestattet,
statt mit einem ausgewachsenen Windows,
fehlen wichtige Funktionen wie der
schnelle Benutzerwechsel oder der
DVD-Player.
Zwar kann man einiges
davon durch kostenlose Alternativen
ersetzen. Doch das kostet Zeit und man
muss sich damit auskennen. Wer sich das
ersparen will, muss zusätzlich eine
Windows-Vollversion kaufen. Trügerische
Demo-Versionen Noch trügerischer sind
die vorinstallierten Test- oder
Demo-Versionen. Sie funktionieren
meistens nur einige Tage oder Wochen in
vollem Umfang.
Danach kann die
Vollversion aktiviert werden - natürlich
kostenpflichtig. Statt eines nützlichen
Programms bekommt der Käufer also im
Grunde nur Werbung für ein Produkt, das
er vielleicht gar nicht haben will. Und
während früher zumindest das
Betriebssystem häufig auf einem eigenen
Datenträger daherkam, gibt es heute oft
nur sogenannte Recovery-Discs. Wenn gar
nichts mehr geht, kann der Rechner damit
wieder in den ursprünglichen Zustand bei
der Auslieferung zurückversetzt werden.
Allerdings mit der
Folge, dass neben Windows jedes Mal auch
sämtliche Beigaben installiert werden.
Mitunter wird sogar ganz auf einen
Datenträger verzichtet. Die Programme
befinden sich in einem solchen Fall an
einem versteckten Ort auf der
Festplatte. Beim Starten des Rechners
genügt eine bestimmte Tastenkombination,
um das System neu aufzusetzen. Auch dann
sind die Testprogramme automatisch
wieder mit an Bord. Das ist nicht nur
lästig, sondern auch nicht ganz
ungefährlich.
Denn bei einer
Neuinstallation sind die Programme
wahrscheinlich schon veraltet und weisen
möglicherweise eine ganze Reihe von
Sicherheitslecks auf, die von
Schädlingen für eine Infektion des
Rechners ausgenutzt werden können. Eine
normale Deinstallation der Programme
reicht zudem häufig nicht aus, wie ein
Eintrag im Forum der Fachzeitschrift "PC
Welt" belegt.
Dort beschwert sich
eine Nutzerin darüber, dass das auf
ihrem PC vorinstallierte
Antiviren-Programm zwar optisch
beseitigt wird, aber weiterhin aktiv
bleibt, ohne dass der Nutzer etwas davon
ahnt. Die Folge in diesem Fall: Als der
Rechner Monate später den Dienst
versagte, funktionierte die
Systemwiederherstellung nicht mehr.
Statt der Rettung ihrer Daten bekam die
Nutzerin nur den Hinweis, dass die
Antiviren-Software nicht deaktiviert
sei. Ihr Fazit: "Das ist eine
Katastrophe!"
Der vermeintlich
relativ preisgünstige Rechner sei damit
"verdammt teuer bezahlt". (...) (...)
Doch warum werden sie dann überhaupt
erst installiert? Diese Fragen stellen
sich viele Nutzer. Bei Toshiba
betrachtet man die vorinstallierte
Software als "zusätzlichen Service" für
den Kunden. "Der Anwender soll das Gerät
direkt nach dem Kauf nutzen können, ohne
sich mühsam und meist auch kostspielig
alle benötigten Applikationen anschaffen
zu müssen", teilt der
Hardware-Hersteller auf Anfrage mit.
Der Kunde könne die
Programme eine bestimmte Zeit lang
kostenfrei nutzen, sich mit der Software
vertraut machen und testen, ob sie das
Richtige für ihn sei. "Dabei werden
keine exotischen Applikationen
ausgewählt, sondern sinnvolle Lösungen
von renommierten Partnern angeboten."
Sei der Kunde mit der Software dann
zufrieden, könne er die Nutzung einfach
verlängern. "Dies ist aber kein Muss,
sondern bleibt allein dem Anwender
überlassen." Anderen Anbietern ist das
Thema Vorinstallationen offenbar so
unangenehm, dass sie sich gar nicht dazu
äußern wollen.
Unter Branchenkennern
ist es ein offenes Geheimnis, dass die
Software-Firmen für ihre werbewirksame
Präsenz auf der Festplatte bezahlen.
Insgesamt kommen da rund 50 Euro pro PC
zusammen. Die Software-Ausstattung ab
Werk werde von den Konzernzentralen
vorgegeben, heißt es hinter
vorgehaltener Hand. Da könne man eben
nichts machen.... |